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Hochzeitsbräuche PDF Drucken E-Mail

Von besänftigten Geistern und glücklichen Ehen …
Um den einen Tag, seit jeher für viele einer der wichtigsten im Leben, ranken sich Traditionen, Legenden, Aberglaube: um Unglück zu vertreiben, Glück herbei zu beschwören. Mit dem Zerschlagen von Porzellan wird bösen Geistern am Polterabend der Garaus gemacht; mit Krachen und Scheppern – neuzeitlich mit alten Dosen – hält man sie am Hochzeitstag fern. Der Brautkranz aus immergrüner Myrte ist Symbol für Liebe und Lebenskraft. Glück und Kindersegen sollen die Reiskörner bringen, die über das Brautpaar geworfen werden. Kinder streuen Blumen und Blüten, um die Fruchtbarkeitsgötter anzulocken. Ein Geldstück im Brautschuh verspricht Reichtum. Brot und Salz im neuen Heim bescheren ebenfalls eine gute wirtschaftliche Zukunft. Der Ehering, auch „Fangeisen“ genannt, versinnbildlicht das feste Band zwischen den Ehepartnern – die als Zeichen für künftiges gemeinsames Handeln mit vereinten Kräften einen Baumstamm durchsägen oder die Hochzeitstorte zusammen anschneiden.

Ehemals schwarz, war das Brautkleid das Festgewand der Frau und musste ein Leben lang halten. Ab dem 20. Jahrhundert setzte sich die Farbe Weiss mehr und mehr durch. Sie steht allein der Braut zu – und den Brautjungfern, damit böse Geister die einzig wahre nicht so leicht erkennen können.

Vor Behexung und dem bösen Blick schützt ein rotes Hutband. Der Schleier, Symbol der Reinheit und Keuschheit, soll ebenfalls böse Geister vom Leib halten. Deren Stammplatz liegt übrigens direkt unter der Schwelle des Hochzeitshauses; deshalb gilt: Die Braut mit Schwung über die Schwelle tragen! Um in der Ehe glücklich zu werden, trägt die Braut am Hochzeitstag vier spezielle Dinge: etwas Altes, zum Beispiel den Familienschmuck, etwas Neues wie etwa das ausgewählte Brautkleid, etwas Geliehenes und dazu etwas Blaues, oft ein blaues Strumpfband. Als nächste kommt „unter die Haube“, die den Brautstrauss fängt oder beim letzten Tanz ein Stück vom Brautschleier erwischt. Und nie, niemals darf hinter dem Steuer des Hochzeitsautos der Bräutigam sitzen, so er nicht direkt ins Unglück fahren will.

Ein weiterer Hochzeitsbrauch, das „Braut kaufen“, stammt ursprünglich aus der Schweiz und kann, ein wenig abgewandelt, als Programmpunkt das Hochzeitsfest bereichern. Das funktioniert wie folgt: An alle Hochzeitsgäste werden Zettel verteilt, auf denen verschiedene Kleinigkeiten des täglichen Lebens notiert sind – z.B. 10 Kilo Nudeln, 20 Tafeln Schokolade, 2 Kinokarten. Auf jedem Zettel ist dazu ein bestimmtes Datum vermerkt. Jeder Gast schickt an dem genannten Termin ein Päckchen mit dem genannten Inhalt an das Brautpaar – am besten mit dem Absender „Verein für minderbemittelte Brautpaare“ versehen. So gibt’s für das Paar auch noch Wochen nach der Hochzeit viele kleine Überraschungen.